Editorial 7.4
A. Widmer, Basel und P. Francioli, Lausanne
Surveillance ist essentieller Bestandteil einer „infection control”. Ohne systematische Erfassung kann die übliche Inzidenz nosokomialer Infektionen nicht definiert werden (sog.Baseline). Sie ist aber Voraussetzung, um rasch ein epidemisches Auftreten bestimmter nosokomialer Infektionen oder / und Erreger zu erfassen. Der Arbeitsaufwand ist jedoch erheblich, und deshalb werden verschiedene Möglichkeiten der Erfassung diskutiert. Die einfachste, aber auch wenig sensitive Methode ist die regelmässige Ueberprüfung bakteriologischer Untersuchungsergebnisse. Das Maximum ist die sog.Full-house surveillance, wo alle Patienten aus allen Kliniken und Abteilungen täglich von einer Fachperson auf das Vorhandensein einer Infektion untersucht werden. Letztere kann nur noch in ausgewählten Ausbildungsspitälern empfohlen werden. Dazwischen gibt es viele Möglichkeiten. Es ist Aufgabe der Spitalhygiene, die optimale Methodik für eine Klinik auszuwählen und konsequent durchzuführen. Die Grundlagen sind in dieser Nummer des SN zusammengefasst. In Akutkliniken hat sich international die permanente Ueberwachung der positiven Blutkulturen sowie die Erfassung postoperativer Wundinfektionen als Minimalstandard etabliert. Die Aufenthaltsdauer in den Spitälern wird immer kürzer, sodass die Surveillance vor neue Probleme gestellt wird. Mit unserem Artikel wollen wir di verfügbaren Möglichkeiten aufregen und damit die Grundlage für einen Entscheid liefern, der erlaubt, die optimale Surveillance für ihr Spital masszuschneidern.
