FAQ
Hier finden Sie Fragen und Antworten (FAQ) zur Surveillance Methode und den Teilnahmebedingungen.
Technische Fragen zur Surveillance werden fortlaufend im Bereich Surveillance unter Fragen diskutiert.
Methodik
Wann ist mit den Resultaten der ersten 12 Monate zu rechnen?
Spätestens im Oktober 2010 wird den Spitälern ein Bericht zugestellt werden.
Die Auswertung der Fälle des ersten Jahres (bis 31.5.2010) läuft zurzeit im MEM-Center. Swiss-NOSO wird die Daten ab Ende August/September analysieren, dann einen Bericht erstellen. Es wird ein Gesamtbericht über die Daten in den Schweizer Spitälern erstellt. In diesem Bericht sind die Spitäler anonymisiert. Jedes Spital erhält eine Auswertung mit Kommentierung der eigenen Daten.
Mit der Jahresrechnung wurden die Zwischenergebnisse der Fälle bis 31.12.2009 übermittelt. Diese Ergebnisse wurden an die Verwaltung der Spitäler gesandt.
Die Rechnungsstellung wird durch Frau Manuela Lévy ausgeführt. Tel: 031 633 79 64
Wie lange müssen Erfassungsblätter aufbewahrt werden?
Da wir möglicherweise eine stichprobenartige Validierung der Datenerfassung der einzelnen Spitäler machen müssen, sollten die Spitäler die Erfassungblätter zwei Jahre über das Erfassungsdatum hinaus aufbewahren.
Wozu dient die epidemiologische Surveillance von postoperativen Wundinfektionen?
Die epidemiologische Surveillance von postoperativen Wundinfektionen dient der prospektiven Erfassung dieser Infektionen bei operierten Patienten gemäss einer internationalen anerkannten Methodik.
- Diese Methodik ermöglicht die Berechnung der Infektionsraten pro Eingriffsart unter Berücksichtigung von Risikofaktoren (risk adjustment), die die Berechnung eines Risikoindex (NNIS-Risikoindex) ermöglichen, sodass eine stratifizierte Analyse der Infektionsraten (Case-mix adjustment) möglich ist.
- Die angewandte Methodik beruht auf internationalen Richtlinien und Erfahrungen, insbesondere auf dem amerikanischen System National Nosocomial Infections Surveillance (NNIS).
- Einige andere Europäische Länder haben ähnliche Überwachungsprogramme entwickelt : HELICS (Europa), KISS (Deutschland), RAISIN (Frankreich), PREZIES (Holland).
Was ist eine postoperative Wundinfektion?
Eine postoperative Wundinfektion ist eine Infektion an der Inzisionsstelle, in der vom chirurgischen Eingriff betroffenen Körperhöhle oder an dem vom Eingriff betroffenen Organ innerhalb von 30 Tagen nach dem Eingriff, oder bis zu 12 Monate nach dem chirurgischen Eingriff bei Implantation von Fremdmaterial, wie zum Beispiel einer orthopädischen Prothese.
- Postoperative Wundinfektionen werden in die folgenden Kategorien eingeteilt: oberflächliche Wundinfektionen, tiefe Infektionen im Bereich der Schnittstelle, Organbefall und Körperhöhlen. Sie werden gemäss den international anerkannten Kriterien des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in Atlanta definiert.
Welche Operationsarten werden im SwissNOSO Surgical Site Infection Program erfasst?
Acht chirurgische Eingriffsarten können erfasst werden: Appendektomie, Cholezystektomie, Chirurgie am Dickdarm, Hernienoperationen, Erst-Implantation von Hüft- und Kniegelenkprothesen, Kaiserschnitte, Herzchirurgie. In Spitälern, die Viszeralchirurgie praktizieren, muss die Dickdarmchirurgie obligat in die Surveillance eingeschlossen werden. Die anderen Eingriffe sind frei wählbar und es können auch alternierend unterschiedliche chirurgische Eingriffe eingeschlossen werden. Es müssen jedoch mind. 3 Eingriffsarten simultan überwacht werden und mind. 30 operierte Patienten müssen in jeder dieser 3 Eingriffsarten einbezogen werden.
Wie werden die Resultate an die Institutionen wiedergegeben?
Die Kommunikation erfolgt vierteljährlich. Jedes Spital kann seine Infektrate online abrufen. Die Daten der individuellen Spitäler können mit der Gesamtheit der Daten anderer Spitäler anonym verglichen werden.
- Alle Spitäler die am Surveillance-Programm teilnehmen, erhalten nach einem Jahr einen detaillierten Bericht.
Benchmarking ist eine Technik im Qualitätsmanagement, die mittels eines kontinuierlichen Prozess des Vergleichens, der Anpassung und der Umsetzung der besten Praktiken danach strebt, die Leistungen innerhalb einer Organisation zu verbessern.
Wo erfolgt die Ausbildung der mit der Surveillance beauftragten Mitarbeiter?
SwissNOSO organisiert theoretische und praktische Schulungen. Die genauen Schulungstermine finden Sie hier:
- Den Schulungsteilnehmern wird das Thema Epidemiologie sowie die verwendete Methodologie näher gebracht: Anschliessend werden die klinischen Aspekte der Surveillance behandelt, damit Schulungsteilnehmer später in der Lage sind, Infektionen dank den CDC-Kriterien zu identifizieren und festzuhalten.
- Der Fragebogen (CRF = Case Report Form) sowie die praktische Hilfe (Study Guide) werden ebenfalls präsentiert und erklärt.
- Die Benutzung der Datenbank inklusive Online-Erfassung wird demonstriert.
- Schliesslich werden praktische Tips zur Projektorganisation vermittelt.
Wie wird die Vertraulichkeit der Daten gewährleistet?
Die Datensicherheit, d.h. der Zugriff Unberechtigter auf die Patientendaten oder die Auswertung der Resultate einzelnder Spitäler, werden durch moderne Internet- und Servertechnologie garantiert. Die vom Erfassungsformular auf die online-Datei zu übertragenen Daten enthalten keine Angaben, die Personen, die ausserhalb des teilnehmenden Spitals arbeiten, eine Identifikation individueller Patienten ermöglichen.
Verwaltung
Durch wen wird dieses Surveillance Programm organisiert?
Dieses Surveillance-Modul wird von der Expertengruppe Swiss-NOSO im Auftrag von IVQ organisiert und durchgeführt. Es handelt sich dabei um das erste Modul von Swiss Clean Care, einem nationalen Programm zur Bekämpfung nosokomialer Infektionen, das von Swiss-NOSO aufgebaut werden wird.
- Swiss-NOSO : Vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) beauftragte Expertengruppe, die sich aus Infektiologen und Spitalepidemiologen zusammensetzt, mit dem Ziel, nosokomiale Infektionen zu bekämpfen.
- AIQ/IVQ : Interkantonaler Verein Qualitätssicherung und –förderung in den Spitälern. 18 Kantone haben sich in diesem Verein zusammengeschlossen: AG, BE, SO, BS, BL, LU, OW, UR, SZ, ZG, AI, AR, GL, GR, SH, SG, TG, ZH und FL. Ein neuer Verein wird aus der Fusion AIQ/IVQ und CIQ/KIQ entstehen. Er wird die Kantone, H+, SanteSuisse und MTK/CTM umfassen.
- H+ und die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) unterstützen dieses Projekt.
- Swiss-NOSO : Vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) beauftragte Expertengruppe, die sich aus Infektiologen und Spitalepidemiologen zusammensetzt, mit dem Ziel, nosokomiale Infektionen zu bekämpfen.
- AIQ/IVQ : Interkantonaler Verein Qualitätssicherung und –förderung in den Spitälern. 18 Kantone haben sich in diesem Verein zusammengeschlossen: AG, BE, SO, BS, BL, LU, OW, UR, SZ, ZG, AI, AR, GL, GR, SH, SG, TG, ZH und FL. Ein neuer Verein wird aus der Fusion AIQ/IVQ und CIQ/KIQ entstehen. Er wird die Kantone, H+, SanteSuisse und MTK/CTM umfassen.
- H+ und die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) unterstützen dieses Projekt.
IVQ und Swiss-NOSO haben ein Schreiben an alle Schweizer Spitäler und Kliniken gesandt. Dieses Schreiben enthielt detaillierte Angaben zu den Zielen, zum Programmablauf, den Teilnahmebedingungen sowie zur Anmeldung. Nach Eingang dieser Voranmeldung wurden die entsprechenden Spitäler anfangs Februar 2009 schriftlich von Frau Lévy, Vertragsmanagement IVQ kontaktiert und gebeten, ein Formular (Angaben zu Kontaktpersonen, erfassende Personen etc.) auszufüllen sowie den zugesandten Vertrag zu unterschreiben. Nach Unterzeichnung des Vertrags und Eingang des erwähnten Formulars gilt die Anmeldung als definitiv. Dies löst unsererseits die Rechnungstellung für den Sockelbetrag aus und berechtigt die Spitäler zur Teilnahme inklusive Teilnahme an den Schulungsveranstaltungen.
Nachträgliche Anmeldungen können direkt an den Swiss-NOSO-Präsidenten gerichtet werden : Prof. Christian Ruef, Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene, HAL 14C, Universitätsspital Zürich. E-Mail: christian.ruef@usz.ch
Der Entscheid zur Teilnahme wird von der Spital- oder Klinikdirektion gefällt.
Welches sind die Vertragsmodalitäten (Dauer/Kündigung)?
Die Vertragsbedingungen im Standardvertrag zwischen den Institutionen und Swiss-NOSO können im Dokument „Vertrag Swiss-NOSO_Spitäler“ eingesehen werden.
Finanzwesen
Wie hoch sind die Kosten für ein Spital?
Wir unterscheiden externe und interne Aufwendungen.
Externe Kosten: Den Institutionen wird von SwissNOSO zur Deckung der Verwaltungskosten für die Teilnahme im Surveillance Programm ein jährlicher Pauschalbetrag in Höhe von CHF 5‘000 in Rechnung gestellt. Dazu kommt ein variabler Betrag, der sich gemäss der Anzahl eingeschlossener Patienten berechnet und auf CHF 15 pro eingeschlossenen Patienten (bis zu 100 eingeschlossenen Patienten) und CHF 10 (ab 100 eingeschlossenen Patienten).
Interne Aufwendungen: Für die Durchführung der Surveillance müssen vom Spital 25-30% einer Vollzeitstellen einer Pflegefachperson (idealerweise mit Ausbildung in Hygiene) bei Einschluss von 1′000 Interventionen pro Jahr bereitgestellt werden. Dazu kommt ca. 1 Std/Woche Arbeitszeit eines Arztes/einer Ärztin als Referenzperson für Fragen.
Informatik
Wie werden die Daten an das Überwachungszentrum übermittelt?
Die Daten werden mittels eines zweiseitigen Papierformulars (CRF) gesammelt. Dieses enthält Felder zur Demographie des Patienten, zum Eingriff, klinischen Verlauf sowie zur Diagnose der postoperativen Infektion. Die abschliessende Dateneingabe erfordert ein strukturiertes Telefoninterview mit den Patienten, die das Spital infektfrei verlassen haben, um auch die Infektionen, die nach Entlassung auftreten, zu erfassen. Die Daten (ohne den Patienten identifizierende Daten) müssen in jedem Spital von Hand in ein webbasiertes, gesichertes, elektronisches Formular übertragen und so auf den gesicherten SwissNOSO Surveillance-Server übertragen werden.
Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine elektronische Übertragung der Daten noch nicht möglich, an dieser Möglichkeit wird aber bereits gearbeitet. Wir werden die Spitäler informieren, sobald dies möglich ist.
Welches ist die minimale, zur Teilnahme notwendige Informatikausrüstung?
Als minimale Ausrüstung zur Teilnahme braucht es einen Computer mit einem Web-Browser und einer Anbindung an das Internet für die Datenübermittlung.
Organisatorische Aspekte
Durch wen wird die Surveillance durchgeführt?
Die für die Surveillance notwendigen Daten müssen in jeder Institution durch ein(e)n dipl. Krankenpfleger(in) (idealerweise mit Ausbildung in Hygiene) gesammelt und die unklaren Fälle sowie alle diagnostizierten Fälle von einem Arzt validiert werden. Die am der Surveillance beteiligten Personen müssen an den vorgesehenen Schulungen teilgenommen haben. Damit die Objektivität gewährleistet ist, dürfen diese beiden Personen nicht in einer Abteilung arbeiten, in der die Überwachung stattfindet.
Wann beginnt die Surveillance?
Die Schulung der mit der Überwachung beauftragten Personen beginnt im Frühjahr 2009. Die Infektionserfassung beginnt ab dem 1. Juni 2009 und umfasst Patienten, die ab dem 1. Juni 2009 operiert werden. Es empfiehlt sich, die Erfassungsformulare und die internen Abläufe vorgängig während einer Testphase zu prüfen, um frühzeitig allfällige Probleme bei der praktischen Umsetzung zu erkennen.
Welche Ressourcen muss die Institution bereitstellen?
Jedes Spital, das an der Surveillance von postoperativen Wundinfektionen teilnimmt, hat sich vertraglich verpflichtet, intern die nötigen Ressourcen zur korrekten Umsetzung der Erfassung bereitzustellen. Diese umfassen genügend Stellenprozente einer Pflegefachperson, die idealerweise eine Ausbildung in Spitalhygiene hat, und obligaterweise an einem der Ausbildungstage von SwissNOSO teilgenommen hat und einer Ärztin oder einem Arzt die/der ebenfalls am Ausbildungstag teilgenommen hat. Die notwendigen Stellenprozente dieser Personen richten sich nach der Anzahl zu überwachender operierter Patienten. Es ist mit 20 Minuten Arbeit pro Fall zu rechnen, inklusive Telefoninterview.
Wie sieht die interne Organisation aus?
Bevor mit der Surveillance der postoperativen Wundinfektionen begonnen wird, müssen die auf den betroffenen Stationen tätigen Personen über die Methodik und Organisation informiert werden. Es ist wichtig ihnen klarzumachen, dass die Surveillance für die Stationen keinen zusätzlicher Arbeitsaufwand darstellt. Das Spital muss einen Referenzarzt bereitstellen, der ca. 1 Std/Woche der medizinischen Überwachung bezgl. der Diagnosen von Infektionen widmet. Dieser darf nicht in einer der chirurgischen Abteilung tätig sein.
- Eine Vorbereitungsphase für die praktische Umsetzung, wie z.B. die Einrichtung eines Arbeitsplatzes und die Bereitstellung einer Informatik-Ausrüstung mit Internetzugang, ist unbedingt erforderlich.
- Der einfachste Zugriff auf demologische Daten zu den Operationen, der Behandlung inklusive Antibiotikatherapie, und falls vorhanden, zur Infektion, hängt von der internen Organisation jedes einzelnen Spitals ab. In den meisten Spitälern sind solche Daten zumindest teilweise online abrufbar.
- Eine enge Zusammenarbeit mit der chirurgischen Abteilung und den Arztsekretärinnen ist unabdingbar um Dokumente und Berichte einzusehen oder Kopien zu erhalten (z. Bsp. Operationsprogramm, Austrittsschreiben, Arztberichte, etc.) falls diese nicht online abrufbar sind.
- Diese organisatorischen Aspekte werden an den Schulungstagen behandelt.
Wieviel Zeit muss der Surveillance gewidmet werden?
Der Stellenprozentsatz einer mit der Surveillance beauftragen Person beträgt ca. 25-30 % für die Bearbeitung von 1000 Eingriffen pro Jahr. Ein Spital, das voraussichtlich 40 Dickdarmoperationen, 100 Blinddarmentfernungen und 60 Hüftgelenkimplantate pro Jahr durchführen wird, muss mit einem 5-6 % Stellenanteil einer Pflegefachperson rechnen. Der Referenzarzt muss ca. 1 Stunde/Woche der medizinischen Überwachung und der Diagnose von Infektionen widmen.
Welches sind die Auswirkungen der Teilnahme an diesem Surveillance Modul für meine Institution?
In erster Linie sind die Auswirkungen finanzieller Art, da jede Institution einen Pauschalbetrag von CHF 5′ 000 für ihre Teilnahme am Programm, und zusätzlich einen Betrag pro eingeschlossene Intervention (CHF 15 bis zu 100 Interventionen, CHF 10 ab 100) bezahlen muss. Was die personellen Ressourcen betrifft, muss jede Institution Pflegefachpersonal (0.25-0.3 Stellen für die Erfassung von 1′ 000 Interventionen pro Jahr) und einen Arzt (ca. 1 Std. pro Woche) bereit stellen. Diese sind für die Sammlung, die Bewertung und die Übermittlung der Daten zuständig, und dürfen nicht in einer chirurgischen Abteilung arbeiten, in der die Überwachung durchgeführt wird.