Teilprojekt Antibiotika Stewardship Programme (ASP)

Das Teilprojekt Stewardship Programme (ASP) ist im Oktober 2016 unter der Leitung von Dr. Michael Osthoff gestartet.  Dr. Michael Osthoff hat im Januar 2017 eine neue Stelle als stellvertretender Chefarzt angetreten und konnte daher das Teilprojekt nur bis Dezember 2016 betreuen. Seit Februar 2017 steht das Teilprojekt unter der Leitung von Dr. Julia Bielicki.

Das Ziel dieses Teilprojektes ist die systematische Evaluation und Überprüfung von existieren nationalen und internationalen Richtlinien für die Entwicklung von Programmen zum sachgemässen Umgang mit antimikrobiellen Substanzen. Daraus resultierend sollen detaillierte Anforderungen an Programme zum sachgemässem Umgang mit antimikrobiellen Substanzen in Institutionen des schweizerischen Gesundheitswesens formuliert werden, die sowohl im stationären wie auch im ambulanten Bereich umgesetzt werden können.

Erarbeitung von ASP Modulen
Folgende Themenbereiche wurden im Rahmen dieses Teilprojektes festgelegt:

1. Identifikation und Analyse existierender AS Aktivitäten in der Schweiz

Im Oktober – Dezember 2016 wurde von Dr. Michael Osthoff nach Literaturrecherche ein elektronischer Survey über die Situation in Schweizer Spitäler (inklusive der Identifikation von „Schwachstellen“ und der Erfassung von Erwartungen und eventuell vorhandenen Hürden für die Implementierung von ASPs) durchgeführt. Die Resultate wurden im Swiss Medical Weekly im Oktober 2017 publiziert. Erweiterte strukturierte Gespräche mit ausgewählten Stakeholdern zeigten, dass viele Spitäler bereits in der Lage sind gewisse Aktivitäten durchzuführen. Für eine Erweiterung von AS gibt es allerdings Engpässe in personellen und IT Ressourcen. Ebenso fehlt eine für individuelle Zentren einfach interpretierbare Monitorisierungsmöglichkeit von Antibiotikaverbrauch.

2. Übersicht und exemplarische Darstellung weltweiter AS Aktivitäten

Informationen über die nationale Umsetzung von AS Aktivitäten in Australien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kanada, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, Schweden, und den Vereinigte Staaten sollen bis Ende 2017 identifiziert, und die jeweiligen Zielsetzungen auf Relevanz und Umsetzbarkeit in der Schweiz geprüft werden. Zusammenfassend werden AS Aktivitäten prinzipiell an die nationalen Umstände angepasst geplant und umgesetzt. Folgende Aspekte und Bereiche sollten basierend auf den evaluierten nationalen Aktionsplänen besonders berücksichtigt werden:

  • Die Einführung obligatorischer im Vergleich zu freiwilligen Massnahmen
  • Die Spezifizierung nationaler Ziele (z. Bsp. Senkung des Einsatzes von Breitspektrumantibiotika in einem definierten Umfang)
  • Das Zusammenführen von Aktivitäten in einzelnen Spitälern in einem nationalen Programm
  • Die Möglichkeiten der Unterstützung bei der Anpassung, Entwicklung und Vernetzung von IT Strukturen auf kantonaler und föderaler Ebene
  • Die Einbettung von kontinuierlicher medizinischer Weiterbildung im Bereich AS

3. Spital-basierte Monitorisierung AB Einsatz und AB Resistenz Daten

Spital-basierte Monitorisierung von AB Einsatz und von AB Resistenz Daten werden in enger Zusammenarbeit mit Anresis entwickelt. Dabei werden bestimmte Aktivitäten in die Routinetätigkeiten von Anresis eingebettet, so dass sie möglichst effizient ausgeführt werden können. Pilotprojekte zu Spital-basiertem Monitoring des AB Einsatzes sowie zur optimalen Nutzung von Anresis Resistenz-Surveillance Daten wurden bereits initiiert und sollen bis Ende 2018 abgeschlossen werden. 

4. Entwicklung von AS Komponenten/Modulen

Auf der Basis der Erkenntnisse aus den obengenannten Themenbereichen sollen 5-8 AS Komponenten/Module entwickelt werden, die national umgesetzt werden könnten. Die Entwicklung der AS Komponenten wird in enger Zusammenarbeit der gesamten Gruppe TP „Stewardship Programme“ stattfinden. Die ausgearbeiteten Komponenten/Module werden voraussichtlich in schriftlicher Form als Empfehlungen mit genauen Angaben zur erwarteten Umsetzung vorliegen.

5. Entwicklung eines Implementierungsvorschlags für AS Modulen

Im Rahmen des TP „Stewardship Programme“ wird ein Vorschlag für die Umsetzung der AS Komponenten/Aktivitäten erarbeitet werden. Die SGInf wird die Verantwortung für die Umsetzung der AS Komponenten/Aktivitäten übernehmen.

Kontakt: Dr. Julia Bielicki

 

Teilprojekt Verschreibungsrichtlinien

Teilprojekt Prävention & Kontrolle MRE