Editorial, Juli 1995

01.07.1995
Erster dokumentierter Fall einer berufsbedingten HIV-Infektion in der Schweiz Im BAG-Bulletin vom 6.3.1995 wurde über die erste, in der Schweiz bei der Ausübung eines medizinischen Berufes erworbene, dokumentierte HIV Infektion berichtet. Eine Krankenschwester hatte eine Nadel in den korrekterweise bereitstehenden, stichfesten Behälter entsorgt, sich dabei aber an einer anderen im Behälter liegenden Nadel verletzt. Diese Nadel stammte, wie a posteriori klar wurde, von einem AIDS-Patienten, bei dem kurz zuvor eine Blutentnahme gemacht worden war. Nach drei Monaten wurde bei der Krankenschwester eine HIV-Serokonversion festgestellt. Mittels molekularbiologischer Methoden konnte mit allergrößter Sicherheit festgestellt werden, dass der HIV- Virustyp der Krankenschwester mit dem des AIDS-Patienten identisch war. Damit war ein anderer Übertragungsweg ausgeschlossen.
H. Furrer, P. Francioli