Hämodialyse und nosokomiale Infektionen
01.07.1996
Die Hämodialyse ist eine weit verbreitete
Behandlung bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz.
In den letzten Jahrzehnten
stieg die Anzahl dialysierter Patienten stark
an, da mehr Patienten mit chronischen
Nierenleiden das Stadium einer terminalen
Niereninsuffizienz erreichen und das Überleben
an der Dialyse deutlich verlängert
wurde. Man schätzt, dass in der Schweiz
zirka 400 Personen/Million Einwohner an
einer fortgeschrittenen Niereninsuffizienz
leiden und ein Nierenersatzverfahren chronisch
benötigen. Davon werden rund 50%
hämodialysiert, rund 9% peritoneal dialysiert
und die übrigen sind mit Transplantation
behandelt. Sowohl Hämodialyse als
auch die Peritonealdialyse implizieren eine
chronisch rezidivierende Verletzung der
Hautbarriere und gehen deshalb mit einem
erhöhten Risiko invasiver nosokomialer
Infektionen einher. Das Auftreten von
Infektionen wird durch die mit der chronischen
Niereninsuffizienz einhergehende
Abwehrschwäche noch begünstigt. Bei der
Behandlung mit Hämodialyse handelt es
sich um ein extrakorporelles Behandlungsverfahren,
das große Anforderungen an die
Hygienequalität stellt.
H. Furrer, D. Kiss, P. Francioli