Interessante Artikel: Investigation of a pseudo-outbreak of orthopedic infections caused by Pseudomonas aeruginosa

01.03.1995
Nachdem sowohl dem orthopädischen Chirurgen auffiel, dass bei mehreren seiner Patienten postoperative Gelenksinfektio­nen mit Ps. aeruginosa auftraten, wurde eine Untersuchung eingeleitet. Innert zwei Monaten wurden vier Gelenksinfektionen mit Ps. aeruginosa beobachtet. Im Rahmen der Untersuchung wurde bekannt, dass im Mikrobiologie-Labor eine Flasche mit steri­ler NaCl-Lösung mit Ps. aeruginosa konta­miniert war. Die Ausdehnung der Untersu­chung auf Proben, die in Kontakt mit der kontaminierten Lösung kamen, ergab, dass bei' insgesamt elf Patienten dieses Resultat als relevant oder möglicherweise relevant beurteilt wurde. Dementsprechend erhiel­ten sechs der elf Patienten eine antibioti­sche Therapie, die bei vier Patienten wäh­rend mehr als vier Wochen durchgeführt wurde. Bei einem Patienten traten auf meh­rere Antibiotika relevante anaphylaktische Reaktionen auf. Der genotypische Vergleich der Isolate mittels Ribotyping ergab prakti­sche Identität zwischen den «klinischen» Isolaten und dem NaCl-Stamm. Die hier beschriebene Pseudoepidemie umfasste nur wenige Patienten. Für die ein­zelnen Patienten war dieser «Artefakt» praktisch immer klinisch relevant, da da­durch entweder die Aufenthaltsdauer, die Therapie oder die Komplikationsrate mit beeinflusst wurde. Die Kontamination von Lösungen in Spitalbereichen, die nicht mit dem Risiko nosokomialer Infektionen in Verbindung gebracht werden, kann sich di­rekt auf die Patientenbetreuung auswirken. Pseudoepidemien sind zwar leichter zu stoppen, nachdem sie als solche erkannt sind, als Epidemien, trotzdem sollten sie nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da nicht selten mit einer erhebli­chen Morbidität und Mortalität assoziiert.
Forman W, Axelrod P, St. John K, Kostman J, Khater C, Woodwe