Plasmasterilisation: eine revolutionäre Technik für thermolabile Instrumente

01.09.1994
Die moderne Medizin benötigt zunehmend komplex aufgebaute, teure Instrumente, die wegen ihrer Thermolabilität nicht mit Dampfsterilisatoren aufbereitet werden können. Für derartige Instrumente kam meist nur die Ethylenoxidsterilisation in Frage. Dieser Prozess dauert ca. 2 Stunden, gefolgt von einer 8-10-stündigen Belüftungsphase, um toxische Rückstände am Material zu eliminieren. Mit einer neuen Technik, der Plasmasterilisation, können nun auch hochlabile elektronische Instrumente innert 75 Minuten sterilisiert und anschliessend sofort wieder verwendet werden. Das Prinzip der Sterilisation basiert auf der Bildung von hochreaktiven Hydroxy- und Hydroxylradikalen aus Wasserstoffperoxid, die durch Verbindung an essentielle Zellbausteine der Mikroorganismen diese abtöten. Der Sterilisationsprozess läuft in 5 Phasen bei einer Kammertemperatur von 45°C ab.
A.F. Widmer, H. Siegrist