SSI Intervention
Module Icon

SSI Intervention

Das Modul

Postoperative Wundinfektionen sind die häufigsten Healthcare-assoziierten Infektionen. Durch einfache Massnahmen könnte ein relevanter Anteil davon verhindert werden.

Ausgangslage

Bei postoperativen Wundinfektionen – englisch: Surgical Site Infections (SSIs) – unterscheidet man zwischen oberflächlichen, tiefen und Organ- oder Hohlraum-Infektionen. Wundinfektionen können tiefgreifende Folgen für die Patientinnen und Patienten haben. Diese reichen von einer einfachen Antibiotikatherapie bis zu mehreren Folgeoperationen und verlängerter Hospitalisationszeit. Im schlimmsten Fall können Patientinnen und Patienten auch an den Folgen einer SSI sterben. Die optimale Umsetzung verschiedener präventiver Massnahmen hingegen kann das Risiko eines SSIs deutlich reduzieren.

Weshalb sind Präventionsmassnahmen notwendig?

In der Schweiz besteht seit Jahren eine Überwachung postoperativer Wundinfektionen. Seit 2014 werden ausgewählte SSI-Raten durch den Nationalen Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) transparent pro Spital veröffentlicht. Die behandelnden Spitäler und Ärzte erhalten regelmässig Rückmeldung über die Infektionsraten in ihren Institutionen. Diese Surveillance ist sehr wichtig, trotzdem haben sich die Infektionsraten, gesamthaft betrachtet, noch nicht anhaltend reduziert. Die verstärkte Umsetzung von bestehenden Präventivmassnahmen kann in vielen Schweizer Spitälern zur Verbesserung der Situation beitragen.

Im Jahr 2015 lancierte Swissnoso das Modul SSI Intervention und führte es zunächst in neun Pilotspitälern ein. Es basiert auf den Erfahrungen eines Präventionsprojektes der Herzchirurgie des Universitätsspitals Basel. Im Jahr 2018 wurde das Modul national eingeführt und in den Folgejahren weiterentwickelt. 2023 wurde das ursprüngliche Bündel von drei auf sechs Präventionsmassnahmen erweitert. Diese sechs Massnahmen finden sich auch in den aktuellen Empfehlungen für die Prävention postoperativer Wundinfektionen von Swissnoso wieder und sind im CleanCareMonitor-SSI (CCM-SSI) abgebildet. Das umfassende Modul SSI Intervention (mit Schulung, individueller Unterstützung und Gruppencoaching) wird von Swissnoso per Ende 2026 eingestellt. Die Applikation CCM-SSI zur direkten Beobachtung der Umsetzung der Massnahmen im Operationssaal steht den Spitälern unverändert als Messinstrument zur Verfügung.

Swissnoso-Empfehlungen für die Prävention postoperativer Wundinfektionen (SSI)

Die Empfehlungen haben zum Ziel, die Massnahmen zur Prävention postoperativer Wundinfektionen der bestehenden SSI Surveillance und der SSI Intervention in Einklang zu bringen. Sie sind eine pragmatische Zusammenfassung bestehender internationaler und nationaler Empfehlungen, ausgewählter Publikationen und der Expertenerfahrung mit Anpassung ans Schweizer Setting.

Die Empfehlungen basieren auf drei Pfeilern:

  1. Zusammenfassung der wissenschaftlichen Evidenz einschliesslich nationaler und internationaler Guidelines
  2. Fachliche Einschätzung des Expertenteams
  3. Ergebnisse der Analysen der Swissnoso-Datenbank zur Surveillance und Intervention bei postoperativen Wundinfektionen als Basis für Anpassungen an das Schweizer Gesundheitssystem

Die Empfehlungen sind in zwei Gruppen unterteilt:

  • Essential: Präventionsmassnahmen, die für alle Spitäler empfohlen werden.
  • Advanced: Präventionsmassnahmen, deren Implementierung je nach örtlichen Gegebenheiten und SSI-Rate empfohlen wird.

Empfehlungen für die Prävention postoperativer Wundinfektionen (SSI), Version 1.0 

CleanCareMonitor-SSI (CCM-SSI)

Als Messinstrument stellt Swissnoso den Spitälern die Applikation CleanCareMonitor-SSI (CCM-SSI) zur Verfügung, welche den Spitälern erlaubt, die erfolgreiche Umsetzung der Massnahmen durch die direkte Beobachtung im OP elektronisch zu erfassen. Ein unmittelbares Feedback der Prozessbeobachtung im OP sowie eine Surveillance mit anonymisiertem Benchmarking mit anderen Spitälern erlauben die kontinuierliche Analyse der Adhärenz zu wichtigen präventiven Elementen.

Was beinhaltet CCM-SSI?

Mit CCM-SSI kann die Umsetzung der folgenden sechs Massnahmen zur Prävention postoperativer Wundinfektionen erfasst und ausgewertet werden:

  • präoperative Haarentfernung
  • präoperative Hautdesinfektion
  • perioperative Antibiotikaprophylaxe
  • präoperative Staphylococcus aureus-Dekolonisation
  • präoperative Darmvorbereitung
  • perioperative Blutzuckerkontrolle

Was bietet Swissnoso den Spitälern?

Bereitstellung und Wartung der Applikation CCM-SSI für die: 

  • direkte elektronische Erfassung der Beobachtungen der sechs Elemente des Submoduls im OP mit Tablet/Smartphone
  • automatisierte Analyse der Beobachtungen mit unmittelbarem Feedback 
  • kontinuierliche Abfragemöglichkeiten der Compliance und anonymisiertes Benchmarking mit anderen Spitälern
  • Kurzanleitung (quick start guide) für die Verwendung der Applikation

 Welche Anforderungen muss ein Spital für die Teilnahme an CCM-SSI erfüllen?

  • Vertrag mit Swissnoso
  • WLAN oder Telefonnetz für mobiles Endgerät mit Touchscreen (Android, iOS) für die Dateneingabe in die Applikation CCM-SSI

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Die Kosten für CCM-SSI setzen sich aus einer einmaligen Beitrittsgebühr und einem jährlichen Betrag zusammen. Die Höhe ist von der Grösse der Institution (Bettenzahl) abhängig. Bei gleichzeitiger Nutzung von CCM-CleanHands oder CCM-CAUTI von Swissnoso wird der jährliche Betrag um 20% reduziert. Mit dem Kostenrechner sind individuelle Preisberechnungen möglich.