Aktuelle Ereignisse

VRE Ausbruch in Schweizer Spitälern – nationale Empfehlungen und aktuelle Zahlen

Im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit hat Swissnoso im Juli 2018 eine Ausbruchsuntersuchung gestartet und nationale Empfehlungen zur Bekämpfung der Ausbreitung von Vancomycin-resistenten Enterokokken erarbeitet -> mehr.

Eine Herausforderung bei der Umsetzung dieser Massnahmen ist die Identifikation und nachfolgenden selektiven Abstrich-Untersuchungen von Patienten mit einem kürzlichen Aufenthalt in einem Spital, das in den letzten Monaten von einem VRE-Ausbruch betroffen war.

 

Aktuelle Zahlen Schweiz

In enger Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Zentrum für Antibiotikaresistenzen (www.anresis.ch) ist Swissnoso bestrebt, allen Spezialistinnen und Spezialisten sowie Verantwortlichen für Infektionsprävention und Kontrolle in Gesundheitsinstitutionen quartalsweise aktualisierte Zahlen zu neuen Fällen von VRE in einzelnen Kantonen zur Verfügung zu stellen. Die Aufzählung von VRE-Fällen für einzelne Spitäler ist aus  Datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich.

Die Abfrage dieser Datenbank gewährt einen Überblick zur aktuellen Lage in der Schweiz und soll helfen, VRE-„hotspots“ auf kantonaler Ebene zu erkennen. Dies ermöglicht, bei Patientinnen oder Patienten mit Spitalaufenthalt in einem Kanton mit hoher oder ansteigender Zahl von VRE-Fällen sensibilisiert zu reagieren und gegebenenfalls die notwendigen präventiven Massnahmen inkl. Abstrich-Untersuchungen von Risikopatienten rasch einzuleiten.

Bei der Interpretation dieser Zahlen möchten wir auf Folgendes hinweisen:

  1. anresis.ch wurde initial für die kontinuierliche Überwachung von Trends bei Antibiotikaresistenzen von invasiven Isolaten und nicht für die Detektion von nosokomialen Ausbrüchen entwickelt.
  2. Obschon in anresis.ch im Jahr 2017 über 75% der jährlichen Spitaltage abgedeckt waren, sind aufgrund der freiwilligen Teilnahme der Laboratorien einzelne Spitäler nicht eingeschlossen (siehe Karte)
  3. Daten werden wöchentlich oder monatlich an anresis.ch geliefert, was einen gewissen Verzug in der Datenaktualisierung mit sich bringt. Technische Probleme einzelner Laboratorien oder hauseigene Informatikprobleme können zu weiteren Verzögerungen führen.
  4. Die Isolate werden dem Kanton des einsendenden Spitals (und nicht dem Standort des Labors) zugeordnet.
  5. Duplikate sind ausgeschlossen von der Analyse. Lässt sich allerdings ein Patient in einem anderen Kanton medizinisch behandeln, wird ein neues klinisches Isolat vom gleichen Patienten nicht als Duplikat erkannt. 
  6. Eine steigende Zahl von VRE-Fällen in einzelnen Spitälern kann auch durch ein verstärktes Eintrittsscreening von Hochrisikopatienten (z.B. Kantone Genf und Wallis) oder eine Zunahme von sporadischen Fällen bedingt sein und lässt nicht zwingend auf einen VRE-Ausbruch schliessen. Diese Zahlen sind deshalb auch nicht für das Benchmarking zwischen den Kantonen geeignet.
  7. Screening Proben werden von klinischen Isolaten aufgrund des Entnahmeortes unterschieden und sind definiert als: Abstrich anal/intakte Haut/Schleimhaut oder Stuhlprobe.

-> hier gehts zu den aktuellen Zahlen (per 31. Oktober 2018)

-> Kommentar, Kanton Wallis

 

Möglichkeit zur Kommentierung der Zahlen Ihres Kantons

Im Bewusstsein der oben genannten Einschränkungen möchten wir Ihnen Gelegenheit geben, Ihre Zahlen zu kommentieren. Sie haben hier die Möglichkeit, über kurzfristige Veränderungen zu informieren, inbesondere bei ansteigenden Zahlen von VRE Fällen oder möglichen Clustern, welche von Anresis noch nicht erfasst wurden. Wir werden die Graphik entsprechend aktualisieren.