Antibiotikaresistenzen

Antibiotikaresistenzen sind ein zunehmendes Problem. Die Behandlung vieler – auch banaler – Infektionen wird dadurch immer schwieriger. Zur Bekämpfung bestimmter Bakterien stehen kaum noch wirksame Antibiotika zur Verfügung.

Antibiotikaresistenzen gibt es, seit es Bakterien gibt. Laufend entstehen Bakterien, die durch genetische Veränderungen die Wirkung von Antibiotika neutralisieren können. Diese genetische Information kann oft sehr einfach an andere Bakterien weitergegeben werden. Dadurch breiten sich Resistenzen rasch aus. Wenn gleichzeitig Antibiotika verabreicht werden, haben resistente Bakterien einen Wachstumsvorteil gegenüber anderen und können sich schnell vermehren.

Resistenzen entstehen nicht nur bei der antibiotischen Behandlung von Menschen, sondern auch beim Antibiotikaeinsatz in der Veterinärmedizin sowie in der Tier- und Pflanzenzucht. Ausserdem können resistente Bakterien einfach via Oberflächen oder direkt von Mensch zu Mensch oder von Tier zu Mensch übertragen werden. Übertragungen von resistenten Bakterien zu verhindern, ist ein wesentliches Element der Infektionsprävention und Spitalepidemiologie in Gesundheitsinstitutionen.

Auf die Entwicklung jedes neuen Antibiotikums folgt früher oder später die Resistenzbildung. Deshalb ist es wichtig, dass laufend an neuen antibakteriellen Substanzen geforscht wird. Entscheidend ist aber auch, dass der Einsatz von Antibiotika auf das notwendige Mindestmass eingeschränkt wird, um die sich rasch drehende Negativspirale aufzuhalten. Damit auch die nächsten Generationen noch über Medikamente gegen Bakterien verfügen.

Die Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz verfolgt genau diese Ziele. Sie ist Teil der gesundheitspolitischen Prioritäten des Bundes in der Agenda «Gesundheit2020» und wurde im November 2015 vom Bundesrat verabschiedet. Ab 2016 erfolgt die nationale Umsetzung.

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