Das Modul

Postoperative Wundinfektionen sind die häufigsten Healthcare-assoziierten Infektionen. Durch einfache Massnahmen könnte ein relevanter Anteil davon verhindert werden.

Bei postoperativen Wundinfektionen – englisch: Surgical Site Infections (SSIs) – unterscheidet man zwischen oberflächlichen, tiefen und Organ- oder Hohlraum-Infektionen. Je nach Ausmass der Wundinfektion können tiefgreifende Folgen für die Patientinnen und Patienten auftreten. Das therapeutische Spektrum reicht von einer isolierten, kurzfristigen Antibiotikatherapie bis zu mehreren Folgeoperationen mit langfristiger, antibiotischer Therapie. Schliesslich können Patientinnen und Patienten auch an SSIs sterben. Die Anwendung verschiedener präventiver Massnahmen kann das Risiko deutlich reduzieren.

Weshalb ist eine Intervention notwendig?

Seit Jahren besteht in der Schweiz eine Überwachung postoperativer Wundinfektionen. Die behandelnden Spitäler und Ärzte erhalten regelmässig Rückmeldung über die Infektionsraten in ihren Institutionen. Trotzdem haben sich die Infektionsraten, gesamthaft betrachtet, bisher nicht anhaltend reduziert. Eine Verstärkung von einfachen Präventivmassnahmen kann in vielen Schweizer Spitälern zur Verbesserung der Situation beitragen.

Was sind die Ziele des Moduls?

Wichtigstes Ziel ist eine Adhärenz von 90% mit drei elementaren Massnahmen der Prävention: Haarentfernung, präoperative Hautdesinfektion und Antibiotikaprophylaxe. Dadurch soll die Wundinfektionsrate innert zwei Jahren um mindestens 10% gesenkt werden.

Was umfasst das Modul?

Das Modul will die Organisationsstruktur in der Prävention postoperativer Wundinfektionen in den teilnehmenden Spitälern verbessern und deren Mitarbeitende in der direkten Anwendung dieser Massnahmen schulen. Weiter soll die Adhärenz mit den drei wichtigen präventiven Elementen (Haarentfernung, präoperative Hautdesinfektion, Antibiotikaprophylaxe) optimiert werden. Unterstützt werden diese Interventionsmassnahmen durch eine regelmässige Überwachung mit Feedback der Resultate an die teilnehmenden Spitäler.